Schlauchmagen – Sleeve

Print Friendly, PDF & Email

Historisch wurde der Schlauchmagen als Mill-Procedure (Magenstrasse) und selbständiger Eingriff bereits in den 70 er Jahren eingesetzt. Später wurde die Schlauchmagenbildung zum BPD-DS hinzugefügt, um einerseits die Ulkusrate zu senken und andererseits eine Restriktion für einen Gewichtsverlust zu erzeugen. Die Original-Pouchgröße (Restmagenvolumen) betrug 150 bis 200 ml, was offensichtlich zu groß ist, um eine lebenslange Restriktion aufrechtzuerhalten. Die Untersuchung der gastrointestinalen Hormone, insbesondere des Ghrelin, haben zeigen können, dass durch die Resektion des Fundus die Ghrelinproduktion gesenkt werden kann. Damit wird das Hungergefühl eingeschränkt. Langer et al. (2005) haben nachweisen können, daß nach Sleeve-Gastrektomie der Ghrelin-Spiegel drastisch fällt (präoperativ: 109.6 +/- 32.6 fmol/ml; am 1.postop. Tag: 35.8 +/- 12.3 fmol/ml, p=0,005) und auch niedrig bleibt (bis 6 Monate gemessen).

Die Resektion erfolgt parallel der kleinen Kurvatur. Es kann mit einer 3 bis 4-Trokar-Technik operiert werden. Sie beginnt 4-6 cm vom Pylorus unter Erhalt des Antrums und reicht bis zum His-Winkel, so daß der Fundus komplett mit reseziert wird. Die Verwendung von Kalibrationstuben kann hilfreich sein. Es hat sich bei alleiniger Schlauchmagenbildung (ohne geplante Zweitoperation) ein Durchmesser von 32 French als Standard entwickelt. Bei einem Duodenalswitch empfiehlt M. Gagner immerhin 60 French Durchmesser. Die Verwendung von Klammernahtverstärkungen beschleunigt den Eingriff wesentlich, da keinerlei Blutungen aus den Klammernahtreihen auftreten und somit aufwendige Umstechungen entfallen. Leckagen (Undichtigkeiten) im His-Winkel können sie jedoch nicht vollständig verhindern.

© Prof. Dr. Rudolf. A. Weiner

Weitere Informationen finden Sie hier (Wikipedia)

Videos finden Sie hier

Schreibe einen Kommentar